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Durch Fluren und Wälder zum Teufelstein am Kreuzberg

Die abwechslungsreiche Rundwanderung beginnt am Freibad in Vilseck.
Ca. 200 Meter entlang des Schwimmbades nach rechts abbiegend folgen wir der
Wegemarkierung Nr. 4. Die Route verläuft durch Hecken und Bäume, aufgelockerte
Feldflur und Wälder zum Kreuzberg (522 m). Dieser Fußpfad führt an einem gewaltigen,
beinahe viereckigen Felsblock vorbei:
Ein Opferaltar einer längst vergangenen Kultur? Oder hat sich - laut einer Sage - der Teufel so heftig über den Kirchbau zu Vilseck erzürnt, daß er den Entschluß faßte, den spitz zulaufenden Turm der neuen Kirche mit einem Felsenstück in Trümmer zu schlagen? Als er nun von weither einen gewaltigen Stein herbeigeschleppt hatte, sei er am Kreuzberg einem Weiblein begegnet, das ein Bündel zerrissener Schuhe getragen habe. Der Teufel, schon ermüdet vom weiten Marsch, habe die Frau gefragt, ob es noch weit nach Vilseck wäre, worauf diese, die Absicht des Bösen erkennend, geantwortet habe, daß es wohl eine schöne Strecke sei, da sie auf dem Weg daher so viele Schuhe zerrissen habe. Daraufhin habe der Teufel den Felsen unmutig niedergeworfen, wo er noch heute liegt. Die Vertiefungen des Steins werden für Eindrücke der satanischen Krallen gehalten, daher der Name Teufelstein.
Ein Abstecher in das nahe gelegene Gasthaus Kreuzberg-Stüberl bietet sich an, bevor wir die Wanderung auf der Route Nr. 5 in Richtung Adlholz fortsetzen.
Danach wandern wir durch Wälder und Fluren hinab nach Ebersbach, vorbei an Adlholz. Einkehrmöglichkeiten bietet Adlholz im Café Blitz und im urig gemütlichen Gasthaus FENK (Wirts-Heiner) mit hausgemachten Brotzeiten.
Vom Wegweiser in Ebersbach folgen wir der Markierung Nr. 3 zurück nach Vilseck.
Für die etwa 13,5 Kilometer lange Strecke ist mit einer Gehzeit von etwa 3 Stunden zu rechnen.
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-zusammengestellt von Hans Fick-
Mit der Bahn im Zweistundentakt aus Richtung Nürnberg oder Weiden nach Vilseck.
Mit dem Auto über die A 9 (Ausfahrt Lauf/Hersbruck) oder die A 93 (Ausfahrt
Wernberg) auf der B 14 nach Hahnbach und weiter über die Staatsstraße 2120 nach
Vilseck.
Gesamtlänge des Rundwanderweges ca. 14 Kilometer.
Parkmöglichkeiten in Vilseck am Ziegelanger (Großparkplatz) oder in beschränkter
Zahl in der Breiten Gasse und der Herrengasse. Am Markplatz parken nur mit Parkscheibe
für maximal eine Stunde.
Einkehrmöglichkeiten bestehen in Vilseck; während der Wanderung evtl. nach Vorabsprache
in Gressenwöhr im Gasthaus Kröner (etwas abseits der Route).
Wegebeschreibung:
Liebe Wanderfreunde!
Vier Stunden Zeit sollten Sie schon mitbringen, dazu im Rucksack eine kleine
Stärkung und etwas zum Trinken, ein waches Auge für die Natur und ein Ohr für
die Stille, dann werden Sie die Wanderung durch Wald und Feld und insbesondere
durch das Feuchtgebiet der Vilsecker Mulde sicherlich kaum bereuen. Am 6. Juni
1998 wurde die gut beschilderte, etwa sechzehn Kilometer lange Trasse erstmals
offiziell mit einer zünftigen Begehung und anschließendem "Spektakel im Burghof"
eröffnet, und sie ist es wert, auch von den auswärtigen Besuchern unserer Stadt
Vilseck, besonders aber von allen Naturliebhabern, erwandert zu werden. Wir
beginnen unsere Muldenweg-Wanderung mitten in der Stadt Vilseck, vor dem Rathaus
am Marktplatz. Bereits 1331 erhielt der im Altstadtkern noch teilweise mittelalterliche
Ort vom Landesherren, dem Fürstbischof Lampert von Brunn, die Stadtrechte und
gehörte über 800 Jahre lang bis zur Säkularisation 1802 zum Bambergischen Hochstift.
Mitten auf dem weiten Platz dominiert der "Vogelturm", das Wahrzeichen der Stadt,
wo außerdem das 1. Deutsche Türmermuseum beheimatet ist, und über die Dächer
hinweg grüßt die Burg Dagestein mit ihrer starken Wehranlage, deren Anfänge
ins 12. Jahrhundert zurückreichen, die Besucher.
Das Wünnebergerhaus mit dem verspielten Erker direkt gegenüber unserem Ausgangspunkt
beherbergte schon König Gustav Adolf von Schweden im 30-jährigen Krieg, und
auch die schöne Lola Montez soll vorübergehend dort Zuflucht gefunden haben.
Doch das ist eine eigene Geschichte und Sie sollten, wenn Sie mehr darüber wissen
wollen, einmal in der Stadtchronik etwas blättern.
Wenn Sie sich aber vor Antritt Ihrer Wanderung noch eine Stärkung vergönnen
wollen, so wäre jetzt die passende Gelegenheit dazu in den umliegenden Gasthöfen,
denn auf dem Muldenweg selbst ist das kaum möglich.
Wir richten uns nach den Wegezeichen "Vilsecker Muldenweg" und wandern durch
die Breitengasse und rechts die Klostergasse hoch bis zur Rückseite der mächtigen
Pfarrkirche. Wenn Sie etwas Zeit mitgebracht haben, dann sollten Sie nicht versäumen,
einen kurzen Blick in das Innere dieses kostbaren Gotteshauses zu werfen. 1407
bis 1412 wurde diese Kirche, die den heiligen Ägidius als Patron hat, erbaut
und 1751 erweitert. Nähere detaillierte Angaben liegen in einer kleinen Broschüre
auf dem Schriftenstand am Haupteingang auf.
Gleich links, durch ein kleines Gäßchen an der Zwingermauer vorbei kommen wir
zur Grabenstraße mit Teilen des ehemaligen Stadtgrabens und wenden uns nach
links, der Stadtmauer entlang, zur 1964 errichteten Schulanlage am ehemaligen
Schnellweiher. Als Vilseck noch die eigene Gerichtsbarkeit hatte, wurde dort
vor den Mauern der Stadt gar mancher kleine Übeltäter zur Strafe "geschnellt",
das heißt, er wurde in einem vergitterten Korb, der an einem "Schnellgalgen"
hing, mehrmals in den Weiher getaucht und erst kurz vor dem Ertrinken wieder
herausgezogen. Die Todesängste, die der solcherart gepeinigte Delinquent ausgestanden
hat, soll manchen wieder auf die rechte Bahn gebracht haben. Und für die Zuschauer
dürfte es ein recht gruseliges oder schadenfrohes Schauspiel gewesen sein. Als
die Schule ein neues Sportgelände brauchte, wurde der Weiher zugeschüttet.
Wir gehen auf der Straße um die Schulanlage herum und kommen in das uralte Dorf
Axtheid, das bereits im 14. Jahrhundert bestand. Ein kurzes Stück geht es auf
der Straße nach Hirschau, doch gleich nach der evangelischen Gnadenkirche, die
nach dreijähriger Bauzeit 1959 geweiht wurde, zweigt links ein Feldweg ab und
führt uns an Äckern und Wiesen vorbei, leicht aufwärtssteigend, zu einem ausgeprägten,
im Sommer angenehm kühlen Hohlweg. Mitten darin ist eine Wegekreuzung. Ein kleiner
Abstecher nach links, etwa 30 Meter, lohnt sich, denn wir gelangen zu einem
Aussichtspunkt mit Ruhebank, der eine weite Rundsicht nach Südwesten, Westen
und Norden bietet.
Unten im weiten Talkessel liegt die Stadt Vilseck mit den Ortschaften Schlicht
und Sorghof, das amerikanische Südlager ist zu sehen, und im Hintergrund steigen
die Berge des fränkischen Jura auf. Rechts schließen sich die Höhenzüge und
Wälder des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr an und der dunkle Rücken des "Schwarzen
Berges" schließt das von hier aus sichtbare Panorama. Ein großer Teil dieser
weiten Senke gehört zum 230 qkm großen Wassereinzugsgebiet, deren Tiefpunkt
und Kern die Vilsecker Mulde bildet. Sie haben sich nicht verlesen: 230 qkm!!
Ist das nicht erstaunlich. Wir werden aber im Verlaufe der Wanderung noch mehr
darüber erfahren.
Wieder zurückgehend zur Wegekreuzung treten wir nach wenigen hundert Metern
in das Staatswaldgebiet "Forstlohe" ein, das zum Bayerischen Forstamt Schnaittenbach
gehört. Links bleibt der obere und untere Lohhof zurück. Auf gut ausgebauten
Forstwegen geht es nach etwa 200 Meter in einem Linksbogen leicht hangabwärts.
Aufpassen auf die Wegezeichen! Ständig durch Nadelwald kommen wir zum Parkplatz
der Staatsstraße 2166 Freihung-Mönlas, die wir überqueren müssen, aber bitte
mit äußerster Vorsicht: Hier wird sehr viel und sehr schnell gefahren. Wieder
nimmt uns der Wald auf. Zum dunklen Grün der Kiefern und Fichten gesellt sich
mehr und mehr das helle Laub der Birken. Kurz vor dem ehemaligen 1802 erbauten
Gut Leinschlag, leider ist heute außer einigen alten Eichen überhaupt nichts
mehr davon zu sehen, denn es wurde restlos abgebrochen, wendet sich der Weg
wieder nach links und wir treten aus dem Wald hinaus und befinden uns im Feuchtgebiet
der Vilsecker Mulde. Weit schweift der Blick über einsame moorige Wiesen und
Brachflächen, dazwischen stille Weiher und kleine Waldstücke. Vor uns fließt
die Vils als ein kleiner Bach, den wir auf einem Holzbrückerl überqueren. Links
eine einsame Fischerhütte am Weiher, und wenn man Glück hat, ist der "Fischer
Hans" oder einer seiner Helfer da, und sie werden kaum nein sagen, wenn man
seinen Durst mit einer Flasche Bier löschen möchte. Auch ein wenig ausruhen
können wir auf dem kleinen Bankerl. Aber nicht allzulange, denn der Weg ist
noch weit. Doch beim Ausruhen bleibt Zeit, die Stille zu genießen und einige
Worte auch über diese Vilsecker Mulde zu sagen, die zwei wesentliche Merkmale
aufweist:
Zum einen ist sie ein riesiges Reservoir an gespeichertem Tiefengrundwasser,
das einer überdimensionalen Schüssel vergleichbar ist, mit einem wasserundurchlässigen
Deckel aus mächtigen Erdschichten versehen und so gegen das Oberflächengrundwasser
abgedichtet. Das Tiefengrundwasser steht unter artesischem Überdruck, weil die
Neubildung im wesentlichen an den viel höher liegenden "Rändern dieser weiträumigen
Schüssel", besonders auch im Jura, erfolgt. Aus diesem unterirdischen Speicher
entnimmt die Stadt Vilseck und der Markt Freihung aus 120 Meter Tiefe seit etwa
10 Jahren das Trinkwasser für rund 20.000 Menschen, Deutsche und Amerikaner.
Die Gesamtentnahmemenge ist dabei jährlich auf 1,5 Millionen cbm begrenzt. Für
das Wasser, das von ausgezeichneter Qualität ist, haben die Geologen eine Mindestneubildungsrate
von jährlich 7 Millionen cbm errechnet.
Eine weitere und ausschlaggebende Besonderheit kommt hinzu: Das oberflächennahe
Grundwasser, welches für die Erhaltung der einmaligen Feuchtbiotope unentbehrlich
ist, ist durch den "Deckel" vom Tiefengrundwasser abgesperrt. Trotz der Trinkwasserentnahme
kommt es deshalb nicht zu Austrocknungen der Moor- und Weihergebiete. Es sind
zwei voneinander völlig getrennte Grundwasserstockwerke vorhanden, die durch
automatische Tiefen- und Flachpegelmeßstellen ständig überwacht werden. Darüber
hinaus wurden auf rasterförmig verteilten Testflächen faunistische und floristische
Gutachten erstellt und werden ständig weitergeschrieben, um die Natur der Feuchtgebiete
mit ihren äußerst wertvollen Beständen an seltenen, zum Teil auf der roten Liste
stehenden Pflanzen und Tieren zu erhalten. Dieser Artenreichtum ist die zweite
Besonderheit der Vilsecker Mulde, die allen Naturliebhabern und Menschen, die
die Stille lieben, dabei etwas ganz besonderes zu bieten hat. Deshalb sollten
Sie sich ruhig die Zeit nehmen und beim Wandern auch beobachten. Sie werden
manches entdecken, das zur echten Kostbarkeit geworden ist. Und Sie werden innerlich
und äußerlich dabei sehr ruhig und entspannt werden in dieser Landschaft!
Im Weiterschreiten kommen wir über einen Wiesenweg zum sogenannten "Hartlweg". Wir biegen unweit von einem von weitem schon sichtbaren Trafohäuschen scharf nach links ab. Nach zwanzig Minuten zügigen Gehens durch Mischwald queren wir die Frankennohe, ein munteres Forellenwasser, das viele Kilometer aus dem Truppenübungsplatz Grafenwöhr kommt und nach wenigen hundert Metern in die Vils mündet. Wieder geht es jetzt an sumpfigen Wiesen vorbei und dabei kommen wir auch zu einem der im Drahtgehäuse sich befindlichen automatischen Meßpegel für das Oberflächengrundwasser. Vorne rechts steht ein kleines Häuschen. Es ist einer der drei Tiefbrunnen der Stadt Vilseck, und links vom Weg in der Wiese sehen wir einen Beobachtungspegel für das Tiefengrundwasser.
Nun dauert es nicht mehr lange, und wir queren die Kreisstraße AS 5, die zur ehemaligen Bahnstation Langenbruck und zum Truppenübungsplatz führt. Vor der Erweiterung des Truppenübungsplatzes 1937 stellte diese Straße die Verbindung von Vilseck über Erzhäusl nach Grafenwöhr dar. Rechts biegen wir in die Straße ein und verlassen sie nach etwa 200 Meter wieder nach links bei einem Buswartehäuschen. Auf einem Teersträßchen gehen wir nach Bürgerwald. Nach dem Krieg wurden diese Häuser aus der großen Wohnungsnot heraus errichtet und mittlerweile ist daraus ein Ortsteil der Stadt Vilseck geworden.
Zu unserer Linken liegt über der Vils drüben das Dorf Gressenwöhr. Die Chronik sagt, dass 1486 der bambergische Bischof und Landesherr Jorg dem Richter, Forstmeister und Kastner Erhard Steinlinger aus Vilseck die Erlaubnis zur Errichtung eines bischöflichen Lehensgutes "Crassenwerde" neben der Straße Vilseck-Grafenwöhr gab. Der Name des Ortes wurde schließlich im Laufe der Jahrhunderte zu Gressenwöhr. Bis zur Eingliederung in die Stadt Vilseck 1971 bildete der Ort zusammen mit anderen Orten die flächenmäßig sehr große Gemeinde Gressenwöhr.
Wir gehen auf unserem Muldenweg geradeaus auf der Straße weiter. Nach den letzten
Häusern nimmt uns wieder der Wald auf. Parallel zur Bahnlinie Weiden-Neukirchen
wandern wir auf gutem Forstweg weiter. Nach etwa einer halben Stunde überqueren
wir die Wiesennohe und nach weiteren 500 Metern die Schmalnohe, zwei Nebenflüsse
der Vils. Zur Linken in einiger Entfernung sehen wir den Einödhof Frauenbrunn
mit dem alten Wasserwerk der Stadt Vilseck aus dem Jahre 1931, das wegen unzureichender
Quellschüttung und schwierigen Wasserschutzbedingungen stillgelegt wurde.
An Äckern und Wiesen vorbei kommen wir erneut zu der bereits weiter oben erwähnten
Staatsstraße 2166, die wir nach links queren. Der Feldweg führt an einemWeiher
vorbei direkt an den Stadtrand von Vilseck. Aufpassen hier! Wir biegen nach
links in die Straße zum Sportplatz ein und kommen am Vereinsheim mit Gaststätte
des FV Vilseck vorbei. Hier ist eine Einkehrmöglichkeit gegeben. Weiter geht
es auf schmalem Holzsteg über die Vils, und geradeaus zur Burg Dagestein. Durch
die Schloßgasse kommen wir wieder zum Markplatz und sind am Ende unserer Rundwanderung
durch die Vilsecker Mulde angelangt.
Hat Ihnen unser Weg gefallen? Dann sagen Sie es weiter.
Hans Fick